du liest...
Tri

Peter’s Ironman Zürich

Die Schlacht ist geschlagen – noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Nach fünf Jahren Klagenfurt und einem Jahr Ironmanpause versuchte ich mich heuer mit meinen Teamkollegen Alex und Michi beim Ironman Zürich.

Die Erwartungen waren doch sehr ambitioniert. Zwar war auf Grund der langsameren Radstrecke (so stand es überall zu lesen) mit keiner neuen Bestzeit zu rechnen aber 10:30 sah ich als realistisches Ziel.
Mit einer Endzeit von 11:03:56 wurde dieses dann doch deutlich verfehlt. Dafür habe ich unglaublich viele neue Eindrücke gewonnen.
Aber der Reihe nach.
Gab es bei der Anreise am Freitag noch strömenden Regen, so zeigte sich der Sonntag trocken. Am Morgen noch bewölkt, lockerte es immer mehr auf und beim Marathon gab es dann auch Sonne.
In den zwei Schwimmrunden im Zürichsee gab es erstaunlich geringen Feindkontakt. Auch an den Wendebojen ging es sehr ruhig zu.
Dafür stellte sich zu meiner Verwunderung ein leichter Schmerz in der rechten Leistengegend ein. Dieser war nur zu lindern in dem ich das Bein leicht anwinkelte.
Auch hatte ich in der ersten Runde ständig Wasser in der Brille, da sich das obere Band, wie ich beim Landausstieg feststellte,  gelockert hatte.
Nach dem Ausstieg ging es nicht wie gewohnt zum Wechselsack und dann ins Zelt,  sondern direkt zum Rad. In Zürich wird, anders als in Kärnten, direkt beim Rad gewechselt (kenne ich sonst nur von kleineren Kurztriathlons). Der Vorteil ist allerdings, dass die Strecken in der Wechselzone deutlich kürzer ausfallen.

Nach dem ersten Wechsel ging es, bewaffnet mit Ärmlingen und Gilet, auf die Radstrecke. Ähnlich wie in Kärnten zuerst lange entlang dem See und dann in das Hinterland mit den entsprechenden Steigungen. Dann verläuft die Strecke wieder entlang dem See zurück zu Start und Ziel. Allerdings ist dann in die andere Richtung noch der Heart Break Hill zu bewältigen. Ein kurzer, dafür umso steilerer Anstieg. Hier war auch das einzige Stimmungsnest. Der ganze Anstieg war mit Zuschauern voll. Als Athlet konntest du gerade so durchschlüpfen – Gänsehautfeeling, geil, einfach geil. Das wars aber auch schon. Der Rest der Strecke tote Hose.
Die Radstrecke war in einem schlechten Zustand. Unmenge an Schlaglöchern und Baustellen und auch nicht für den Verkehr gesperrt!
An einen der steilsten Abfahrten wurde einige Wochen zuvor noch Rollsplitt aufgebracht! Nur mit Mühe konnte der Veranstalter diesen Abschnitt irgendwie für uns Athleten befahrbar machen. Ich habe noch nie so viele Athleten mit Plattfüßen gesehen. Gott sei Dank wurde ich verschont!
Die Strecke hat zwar im Vergleich zu Klagenfurt weniger Höhenmeter, ist aber eher verwinkelt und unrhythmisch.
Aber dies ist OK. So ist halt die Radstrecke in Zürich und es ist eigentlich eine schöne Strecke. Aber der Zustand und die Randbedingungen sind mehr als verbesserungswürdig.

Nachdem ich beim Schwimmen hinter meiner Marschtabelle lag, war ich nun nach den 180 km wieder voll im Plan. Jetzt müsste nur noch der angepeilte 3:30 er Marathon gelingen.
In Zürich sind vier Runden zu je 10,5 km zu laufen. Bis auf eine Brücke und zwei Unterführungen alles eben. Auf Asphalt und Schotter, teilweise etwas verwinkelt.
Nach der erste Runde lag ich noch voll im Plan. Unter 50 Minuten – perfekt. Dann traf mich allerdings der Mann mit dem Hammer. Diesmal hat er seine allerhärtesten Schlag ausgepackt.
Von einem auf den anderen Meter stand ich. Es ging nichts mehr. Mit Mühe konnte ich noch einen Puls von 130 bis 135 laufen, mehr ging nicht mehr. Ich vermute, mein Körper hatte auf Fettverbrennung umgeschaltet. Also versuchte ich bei den Labestellen alles in mich hineinzustopfen. Gels, Soletti, Äpfel, Suppe, Cola, alles was greifbar war. Aber mein Körper wollte nicht mehr. Bisher habe ich ihn mit den vorher genannten Energiespendern immer noch zum Laufen gebracht. Aber dieses mal nicht. Also musste ich in der zweiten Runde einsehen, dass es mit den erhofften 10:30 nichts wird. Zusätzlich begann dann auch noch mein linkes Knie zu schmerzen und damit es sich nicht so einsam fühlte, gesellte sich auch das rechte dazu. Somit hatte ich wenigstens wieder einen symmetrischen Laufstil.

Nach etwas mehr als 11 Stunden erreichte ich das Ziel, aber nicht mein Ziel.
Mit dem Abstand von ein paar Tagen bin ich aber doch recht stolz. Außerdem  habe ich sehr viel über meinen Körper lernen dürfen.

Zur Veranstaltung noch ein paar Worte. Wir, und alle, die schon einmal in Klagenfurt waren, sind sehr verwöhnt vom perfekt organisierten Kärnten-Ironman.
Zürich ist es ein schöner Ironman. Das Schwimmen mit den zwei Runden und dem Zwischenausstieg über die Insel ist für mich als Athlet und auch für die Zuschauer sehr angenehm.
Die Radstrecke ist, bis auf die Randbedingungen (Absperrung, Belag, Baustellen, …) zwar nicht die schnellste, aber doch eine Schöne. Auch das Laufen ist durch die vier Runden sehr gut einteilbar. Ich möchte keinen von der Veranstaltung abraten aber es ist nicht Klagenfurt.

bis zum Ironman Austria 2011

euer Peter

Werbeanzeigen

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Werbeanzeigen
%d Bloggern gefällt das: