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Alex‘ Ironmandebüt

Mein erster Ironman sollte mit einer ziemlich schlaflosen Nacht beginnen. Die Tage zuvor strahlte ich noch ungewohnt viel Ruhe aus, doch die Nacht davor gestaltete sich etwas anders. Nur 2 ½ Stunden Schlaf, mehr waren es leider nicht.

Um 4 Uhr war Tagwache. Ein ordentliches Frühstück und dann ging es per Zug schon zum Wettkampfgeschehen. Dort wurde dann nochmals das ganze Material gecheckt und die Wechselzone eingerichtet. Zürich sollte sich ja als kleine Niederlage erweisen, was die ganze Organisation angeht. Eine Wechselzone wie bei einem Jedermann Triathlon.

Kurz vorm Start war ich dann so richtig nervös. Der Startschuss fiel dann pünktlich um 7 Uhr. Das Gedränge hielt sich zum Glück in Grenzen und so fand ich schnell meinen Rhythmus. Lediglich an den Bojen war ein bisschen Gedränge. Nach 1,8km war dann ein kurzer Landgang zu absolvieren, der aber auch ohne besondere Vorkommnisse vorüber ging. Nach 3,8 km kam ich in meiner geplanten Zeit in der Wechselzone an und konnte auch schnell wechseln.

Die ersten 30 Radkilometer gingen richtig schnell los und so fand ich sehr schön in einen guten Rhythmus. Das Windschattenfahren ließ sich nicht wirklich verhindern. Kaum versuchte man seinen Abstand zu halten, kam jemand von hinten ganz ungeduldig und drängte sich wieder dazwischen. Die Radstrecke ließ generell zu wünschen über. Nicht gesperrt für den Verkehr und mit einigen Baustellen, gab es einige haarige Situationen. Eine Abfahrt mit ca. 60km/h, wo vor kurzen noch Rollsplitt gestreut wurde, war die größte Gefahrenquelle. Nach den ersten 80km ging es dann das erste Mal zum „Heartbreak-Hill“. Dort war die Stimmung einfach Wahnsinn. Tausende Fans erwarteten uns Athleten dort und ließen uns gerade eine kleine Schneise zum Hochfahren. Das war Gänsehautfeeling pur. Auch unsere Fans standen dort und feuerten uns an. Die erste Runde geschafft, war ein richtig gutes Gefühl und ich freute mich schon auf die Zweite.

Auch in dieser Runde fühlte ich mich noch richtig gut und so konnte ich weiter gut Druck machen. Lediglich der Anstieg „The Beast“ sollte sich immer ein bisschen schwierig gestallten, aber auch diese Hürde konnte ich hinter mir lassen. Noch einmal den „Heartbreak-Hill“ hoch, leider mit wenigen Fans in der zweiten Runde, und ab in die Wechselzone.

Auch der zweite Wechsel gelang sehr gut und die erste der vier Runden fühlte ich mich noch richtig gut. Doch ab der zweiten Runde wartete der Mann mit dem Hammer auf mich. Es machten sich Magenprobleme bemerkbar. So konnte ich nur noch Cola und Soletti zu mir nehmen. Außerdem hatte ich plötzlich starke Gelenkschmerzen in beiden Fußgelenken. Ich biss mich dann die zweite und dritte Runde mit gemäßigtem Tempo, aber noch laufend, durch. Ich kämpfte mich einfach von Fangruppe zu Fangruppe. Doch in der vierten Runde konnte ich kaum noch laufen vor Schmerz. Somit beschloss ich bei Kilometer 35 ins Gehen zu wechseln. Mit einem Schnitt von 11 Minuten pro Kilometer machte ich mich dann auf die letzten 7 Kilometer. Meiner Schwester und meinem Schwager (Fangruppe) noch bei einem Smalltalk bescheid gesagt, ging ich dann weiter und weiter. Ich versuchte mehrmals noch anzulaufen, aber die Schmerzen waren unerträglich. Immer wieder klopften mir andere Athleten auf die Schulter und meinten ich solle laufen das geht schon noch. Eine wunderschöne Erfahrung, wie diese Ironman-Familie für einen da ist.

Die Langen 7 Kilometer sollten dann aber auch ein Ende haben und so konnte ich mich dazu bewegen die letzten 300 Meter zu laufen. Dann das Erlösende Gefühl. I am an IRONMAN.

Nach 12:16 Stunden sollte der lange Tag ein Ende haben.

Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung. Ich habe meinem Körper wohl noch nie in meinem Leben so viele Schmerzen zugefügt. Es ist aber eine Erfahrung, die ich nicht vermissen möchte. Seine eigenen Grenzen herauszufordern ist auch ein wahnsinniges Hochgefühl.

Nun freue ich mich schon auf den Ironman Austria 2011. Damit ich auch diese Stimmung erleben darf, denn laut meinen Teamkollegen ist Klagenfurt stimmungmässig wesentlich besser.

Euer IRONMAN Alex

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