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Peter´s IM Kärnten

Trotz meiner 6. Teilnahme in Kärnten hatte ich heuer so viel Schiss wie noch nie. Der Respekt vor den Distanzen war nicht einmal bei meinem ersten IM so groß.
Erst bei der Anreise am Donnerstag Abend änderte sich dieser Zustand in diese besondere IM Anspannung.

Am Freitag nach dem Frühstück ging es als erstes, gemeinsam mit Alex, Nadine und meinen beiden Damen in die Ironman City zur Anmeldung. Alex und ich waren nun mit dem orangen Armband offiziell Teilnehmer am IM 2011, Nadine und Andrea holten sich die Startunterlagen für den Irongirl Run und Lena jene für die Ironkids.
Nach einer ausführlichen Besichtigung der Expo wurde noch ein Shoppingnachmittag in Klagenfurt eingelegt.

Der Samstag startetet bereits um 7:30. Gemeinsam mit Alex und Mario wurde bei 10°C Lufttemperatur noch Hawaiifeeling getankt. Bei der morgendlichen Schwimmeinheit holten wir uns beim Kaffeeboot unseren ersten Espresso.
Nach einem ausgiebigen Frühstück besuchten wir die Wettkampfbesprechung. Diese mussten wir allerdings vorzeitig verlassen, um unsere Frauen beim Irongirl Run anzufeuern. Während Alex dann sein Rad eincheckte, bereitetet ich mich mit Lena auf die Ironkids vor, bevor ich selbst mein Material in der Wechselzone verstaute.
Erst beim gemeinsamen Abendessen mit dem gesamten Team und einigen treuen Fans kehrte etwas Ruhe ein.

Bereits um drei Uhr früh war ich mehr oder minder wach und döste nur mehr vor mich hin. Um vier riss mich dann der Wecker endgültig aus dem Schlaf.
Dann ging es Schlag auf Schlag – Trinkflaschen füllen, Sonnencreme auftragen, Morgentoilette, Frühstück und ab in die Wechselzone.
Rad und Wechselsäcke kontrollieren, Trinkflaschen und Gels anbringen und ab zum Schwimmstart.
Und dann ging´s auch schon los. Bei leichter Bewölkung und kühlen Außentemperaturen fiel pünktlich um 7 Uhr der Startschuss. 2500 Gummimänner und -frauen auf dem Weg zur ersten Boje. Der Feindkontakt hielt sich bis auf die Wendepunkte in Grenzen. So konnte ich einen guten, gleichmäßigen Zug schwimmen. Die 900m im Lernkanal waren wieder unglaublich. Bei jedem Atemzug der Anblick von tausenden von Zuschauern. Diese Menschenmassen setzen sich auch beim Ausstieg fort und bildeten ein Spalier in die Wechselzone.
Meine Wechselzeit war wie immer nicht die schnellste. Ich hatte beschlossen, schon beim Radfahren die Kompressionssocken anzuziehen (zwecks besserer Erkennbarkeit für unsere Fans). Mit nassen Füßen artete dies allerdings zu einer Geduldsprobe aus. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging es dann endlich zum Rad und auf die erste Runde.

Jetzt hieß es warten. Warten bis mich Mario am Rad so richtig verhobelt. Aber er kam nicht. Erst beim Wendepunkt nach der ersten Runde hatte ich das erste mal Sichtkontakt. Ich konnte mich noch bis 110 km retten. Dann war er da. Die nächsten 10km fuhren wir gemeinsam, dann ließ ich ihn ziehen.
Mit einer persönlichen Bestzeit von 5:19 stieg ich noch relativ entspannt vom Rad. Normalerweise habe ich zu diesem Zeitpunkt kaum auszuhaltende Nacken- und Rückenverspannungen.

Beim Verlassen der Wechselzone rief mir Josi einen Abstand von 4 Minuten zu Mario zu. Mit einem unglaublichen Radsplit von 5:06 brummte er mir die letzen 60 km noch einen ordentlichen Zeitrückstand auf.
Nachdem ich einen guten Schritt hatte, machte ich mir trotzdem Hoffnungen, Mario vielleicht zu erreichen. Im Strandbad in Krumpendorf war mein Abstand laut Michi 5 Minuten und nach weiteren 5 km bei 6 Minuten. Also wird´s wohl nichts mit einem Teamduell. In Klagenfurt traf ich dann das erste mal auf Mario. Er war bereits wieder auf dem Rückweg, ich noch zum Wendepunkt beim Lindwurm unterwegs. Hier hatte ich einen Rückstand von nur mehr 1:30. Nach kurzer Zeit sah ich dann die grünen CEP vor mir. Beflügelt durch den Sichtkontakt und das Näherkommen lief ich beim HM auf Mario auf. Nach einem kurzen Wortwechsel lief ich meinen Rhythmus weiter, in der Hoffnung, Mario erst wieder im Ziel zu sehen.
Beim zweiten Durchlauf im Krumpendorfer Strandbad feuerten mich Andrea, Lena, Nadine, Angie, Adi und Michi an und gaben mir noch einmal richtig Motivation.
Zwölf Kilometer vor dem Ziel spielte ich das erste mal mit dem Gedanken, die 10 Stundengrenze zu knacken. Dies wäre eine einmalige Chance für mich. Also lief ich, was die  Beine hergaben. Immer mit der Angst, doch noch einzubrechen.
Mental war die letzte Stunde die Hölle. Bis zum Schluss glaubte ich nicht an eine Zeit unter 10 Stunden. Dies erklärt wohl auch den eher emotionslosen Zieleinlauf.
Erst im Ziel, als ich mich völlig fertig auf einer Bank niederließ, brachen die Emotionen über mich herein. Ein Helfer dachte schon an ein medizinisches Problem.

An einem guten Tag hielt ich 10:30 für möglich – dies war auch mein Ziel.
Aber es entwickelte sich zum perfekten Tag. Mit 9:55:19 habe ich einen persönlichen Traum verwirklicht – Sub 10.
Neben den optimalen Wetterbedingungen und dem Duell mit Mario haben auch unsere persönlichen Fans viel zum Erfolg beigetragen. Gerade in der Endphase war die mentale Unterstützung extrem wertvoll – danke.

Die nächsten Wochen werden zur Regeneration genützt, bevor ich Ende Juli beim Triathlon in Gmunden starte. Gmunden war übrigens vor ca. 20 Jahren mein erster Triathlon bei dem ich mich mit dem Triathlonvirus infiziert habe.

Ebenso viel Erfolg bei euren Rennen wünscht euch

Peter

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