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Mario’s langer Tag in Roth

Langdistanzen lehren Demut !

Vor allem, wenn sie so lange dauern wie meine Langdistanz bei der Challenge Roth. Obwohl ich um 1 Minute langsamer war, als bei meinem Debüt in Klagenfurt 2007 habe ich letzten Sonntag mein Meisterstück abgeliefert, zumindest was die mentale Stärke betrifft.

Einzig die Erfahrung von 3 Langdistanzen und ein Gespräch auf der Triathlon-Expo in Roth, bei dem es um fundamentale Dinge des Lebens ging, haben mir geholfen die Finishline im Rother Triathlonpark zu erreichen.

Dabei hätte der Tag eigentlich perfekt begonnen. Das Schwimmen im Main-Donau-Kanal verlief für mich super und bescherte mir einen neuen Schwimmrekord in 1:09:07 ohne dabei auch nur ansatzweise am Limit gewesen zu sein. Nach einem raschen Wechsel auf das Rad fingen die Probleme allerdings langsam an. Ein Völlegefühl und ein aufgeblähter Bauch ließen nichts Gutes erwarten. Die Verpflegung am Rad gestaltete sich dadurch etwas schwierig, weil auch die Magenproblemchen nicht wirklich nachließen. Erschwerend kam der sehr unangenehme Wind dazu, der während der gesamten 180 km nicht locker ließ. Trotzdem konnte ich auch hier ohne ans Limit zu müssen einen passablen Radsplit in 5:21 fahren. Das bedeutete den schnellsten Split im Team. (Michi wäre zwar um einen Hauch schneller gewesen, hat aber eine 8 Minuten Zeitstrafe kassiert).

Es lief also alles mehr oder weniger nach Plan, als ich mich auf den Marathon begab. Nach einem etwas rasanten ersten Km pendelte ich mich allerdings genau in meiner angepeilten Km-Zeit ein. Nur leider nicht allzu lange. Es war etwa bei Km 10 als der Magen den Dienst quittierte. Wie direkt vom Ritteressen aufgestanden musste ich mit einem bis zum Platzen gefüllten Magen – zumindest hatte ich das Gefühl – die erste Gehpause einlegen. Die extrem langweilige Laufstrecke entlang des Main-Donau-Kanals tat mental noch ihr Übriges dazu. Ich quälte mich also trabend bis zum Halbmarathon und danach wurde es so richtig hässlich. Magenschmerzen, Übelkeit und das Gefühl die Augen nicht mehr offen halten zu können, war ich dem Ausstieg aus dem Rennen näher als dem Rother Triathlonpark. Zwischen Km 21 und 32 kämpfte ich also gegen den Schlaf und den Ausstieg. Gehend und mit einem Km-Schnitt um die 9 Minuten.
Bei Km 31 setzte ich dann alles auf eine Karte und probierte noch eine Sache aus, von der ich mir Besserung erhoffte. Wenn in den Magen nichts mehr hinein will, muss eben etwas raus. Also entledigte ich mich in einem Waldstück der bis dahin konsumierten Iso-Drinks, Gels, Cola, Riegel usw… Wie erhofft brachte diese Maßnahme zumindest vom Magen her eine leichte Besserung und somit ging die Wanderung in Richtung Ziel weiter. Den einen oder anderen Km konnte ich sogar noch trabend zurücklegen bis ich nach sagenhaften 4:49 am Marathon und gesamt 11:25 Stunden den Rother Triathlonpark und somit das seit Stunden fixierte Zieltor gemeinsam mit meinen zwei Töchtern betreten konnte.

Die Zeit war zwar weit weg, von dem was ich mir vorgenommen hatte und von dem ich auch überzeugt bin, dass es rein körperlich möglich gewesen wäre. Das Potential an Erfahrung auch für das Leben außerhalb des Sports ist allerdings riesig.

Vielen Dank meiner Frau für dein Verständnis und die gleiche Liebe zum Sport. Vielen Dank meinen Töchtern Kristina und Marlene, dafür dass es euch gibt und dass ich trotz eines langen Tages in Roth für euch der Beste war.

Mein Finish in Roth war für Paula und Lilly. Euer Schicksal hat mich tief bewegt und inspiriert weiter zu gehen auch wenn es weh tat. Ihr seid 226 km bei mir gewesen, obwohl ich euch (noch) nie persönlich getroffen habe.

Mein Fazit: Langdistanzen lehren Demut und erweitern den Horizont. Und: Roth ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Ich freu mich auf Kärnten 2013 😉

bis bald
Mario

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