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Tri

Vom Winde verweht

„You Are an Ironman“, diese Auszeichnung hatten wir uns schon verdient. Nun wollten wir bei der Mutter aller Langdistanzen auch in die „Challenge Family“ aufgenommen werden.

Vor dem Schwimmstart ein freundlicher Tabs auf die Schulter, begleitet von ein paar motivierenden Worten, so begrüßte Felix Walchshöfer seine Athleten.
Natürlich nicht alle, nur die wichtigsten des Team Möma Tri ;).

Die Schwimmstrecke im Main Donau Kanal ist vergleichbar mit einem sehr langen Lendkanal. Die Nähe zum Ufer ermöglichte eine halbwegs gerade Schwimmlinie und eine gute Schwimmzeit. Durch den Wellenstart gab´s dieses mal auch wenig auf die Mütze.

Schon beim ersten Wechsel standen so viele Helfer bereit, dass dieser fast von alleine passiert. Da war jemand der mir den Wechselsack abnahm und ausleerte, die Schuhe richtig hinstellte, die Brille reichte und den Sack wieder einpackte. Nur abgeben musste ich ihn noch selbst.
Ich hoffe nur, dass dieser Service nicht aus Mitleid für die Altersklassen ab M40 war.

Die Radstrecke in Roth sollte eine sehr schnelle sein. Ist sie sicher auch, wenn nicht ständig der Wind bläst. Es hat schon seinen Grund, warum hier große Windräder stehen!

Bereits nach 30 km wurde ich von Mario eingeholt und war nun Teamletzter.
Kontinuierlich baute ich dann aber meinen Rückstand auf die anderen drei bis auf ca. 18 Minuten aus.
Mit mir selbst beschäftigt und gegen den Wind kämpfend war er dann da. Der sagenumworbene Solarer Berg. Ist die Stimmung bei den einzelnen Ortsdurchfahrten schon grandios, so ist der Solarer Berg wirklich einzigartig. Schon bei der Anfahrt zum Anstieg stehen unglaublich viele Zuseher. Diese Menschenmassen werden immer mehr und mehr bis plötzlich die Straße verschwunden ist.
Du fährst gegen eine Wand aus Menschen. Irgendwo erblickst du dann eine kleine Lücke und wirst von ihr eingesaugt. Im Sog aus Stimmung, Rhythmus, Laola Welle, Anfeuerungen, Zurufe, …  wirst du hochgetrieben und oben wieder ausgespuckt.

Ich brauchte dann einige km bis ich das gerade erlebte verarbeitet hatte.
Mit einem breiten Grinsen und meinem Freund den Gegenwind kämpfte ich mich über die nächsten 90 km, um das gerade erlebte zu wiederholen – Solarer Berg die Zweite.

Auch in der zweiten Wechselzone fühlte ich mich wie ein Profi. Ein Helfer nahm mir das Rad ab, ein anderer winkte schon mit dem Wechselsack, reichte mir meine Utensilien und wünschte weiterhin viel Erfolg.

Im Gegensatz zur Radstrecke war die Laufstrecke entlang des Kanals eintönig.
Elend lange der Blick nach vorne ohne Abwechslung. Nur die ersten km zum Kanal und wieder zurück, sowie an den Wendepunkten war richtig Stimmung. Den Rest bist du alleine mit deinen Gedanken, Zweifeln, Schmerzen.
Nachdem ich am Rad sehr kontrolliert gefahren bin war der Marathon, im Gegensatz zu den drei anderen Jungs beinahe problemlos. Nach der mit Abstand schlechtesten Radzeit, darf ich zumindest den schnellsten (Team) Marathon auf mein Konto verbuchen.
An den beiden Wendepunkten konnte ich die Abstände zu den Teamkollegen kontrollieren und auch verkürzen. Bis zum Halbmarathon hatte ich zuerst Mario und dann auch Michi (beide gebremst durch Magenprobleme) wieder eingeholt. Nach 10:23:25 fehlten im Ziel weniger als 2 Minuten auf Mike.

Für uns Athleten hat Roth auf alle Fälle gehalten, was es versprochen hat.
Man hat das Gefühl nicht nur eine Gemeinschaft mit den anderen Athleten zu bilden, sondern mit dem ganzen Landkreis. Hier lebt wirklich jeder den Ironman.
Nur für unsere Fans war es durchaus stressig, rechtzeitig alle Punkte zu erreichen, um uns anzufeuern.
Ich bin mir aber sicher, Roth sieht mich wieder.

bis bald
Peter

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