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Vom Winde verweht die Zweite

Diesmal wurde nicht nur ich und meine Radkünste vom Winde verweht, sondern gleich der ganze Gmundner Triathlon.
Den ganzen Tag über herrschte wolkenloser Himmel und Temperaturen über 30°C. Bei der Wettkampfbesprechung begann es dann leicht zuzuziehen – welche Wohltat. Doch wenige Minuten vor dem Schwimmstart schlug das Wetter um. Sturmwarnung am Traunsee!
Um die Athleten nicht zu gefährden und so schnell wie möglich wieder aus dem Wasser zu bekommen, wurde kurzerhand die Schwimmstrecke verkürzt.

Nach dem Schwimmen sah es dann wieder etwas besser aus. Zwar begann es zu regnen, sonst aber gute Bedingungen. Dann schlug der Wettergott aber gnadenlos zu. Bei extremen Sturmböen und Starkregen kämpften wir mit unseren Rädern, um irgendwie auf der Straße zu bleiben. Als dann der Kampf gegen die Naturgewalten aussichtslos erschien, suchten die meisten Zuflucht in Garagen, Heustadeln oder Wartehäuschen. Auch ich flüchtete mich mit zwei weiteren Athleten und einem Kampfrichter unter einen Dachvorsprung und wartete bis der ärgste Sturm vorbei war. Nach der Zwangspause wandelte sich die Veranstaltung zum X-Terra Triathlon. Es war nun höchste Konzentration gefordert, um den Ästen und Unrat auszuweichen und durch die Überflutungen zu kommen. Sehr viel Respekt hatte ich vor allem bei den Abfahrten – Wasser + Carbonlaufräder = keine Bremswirkung.
Als ich dann in der Wechselzone ankam, war alles wieder vorüber. Optimales Laufwetter. Leider war zu diesem Zeitpunkt der Bewerb schon abgebrochen. Nachdem viele Athleten so schnell wie möglich wieder zurück wollten, nahmen sie den kürzesten und nicht den richtigen Weg. Somit wäre eine objektive Zeitnehmung nicht mehr möglich gewesen. Eine somit richtige Entscheidung der Veranstalter.

Einen solchen Wettkampf habe ich noch nie erlebt. Innerhalb von Sekunden ändern sich die Prioritäten völlig. Zeiten und Platzierungen sind unwichtig. Hauptsache man erreicht unbeschadet die Wechselzone wieder.
Es war auch schön zu sehen, wie sich in dieser Notsituation aus vorherigen Gegnern eine Gemeinschaft bildete.
In der Wechselzone hatten aber alle wieder ein Lächeln auf den Lippen und waren froh, heil angekommen zu sein. Trotz des Abbruchs und Wetterchaos vernahm ich von keinem Athleten ein böses Wort. Ganz im Gegenteil. Alle waren sehr positiv und gut gelaunt.
Auch wenn der Wettkampf völlig anders verlaufen ist wie geplant, möchte ich diese Eindrücke und Erlebnisse nicht missen,

Daher Respekt vor der mutigen Entscheidung der Organisation. Kopf hoch – ich freue mich schon auf Gmunden 2013.

Wir sehen uns bei der Atterseeüberquerung (falls hier das Wetter mitspielt).

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