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hart, härter, Tour de Tirol

… unter diesem Moto stellten Mike und ich uns letzten Samstag der Herausforderung Kaisermarathon in Söll. 42,5 km Laufgenuss in der wunderbaren Bergwelt rund um den Wilden Kaiser. Hört sich wunderbar an, war es auch bis Kilometer 39.

Doch nun mal alles von Anfang an. Da wir beide bis dato keine Berglauferfahrung hatten, wussten wir auch nicht wirklich was uns erwarten würde. Die Fakten sprachen allerdings schon für sich: 42,5 km und 2200 Höhemeter waren zu bewältigen.

Unser Training gestaltete sich im Vorfeld schon eher berglastig, soweit dies möglich war. Etwas blauäugig meldeten wir uns vor 2 Wochen an und konnten somit nicht mehr aus.

Am Morgen des Wettkampftages hatte es 8 Grad und die Sonne schien vom dunkelblauen Himmel. Ein perfekter Tag. 

Der Startschuss fiel pünktlich um halb 10. Wie vorher vereinbart, liefen wir den ersten Halbmarathon Schulter an Schulter durch die wunderschöne Herbstlandschaft. Die Strecke war zwar etwas wellig aber wir waren trotzdem nach rund 1h40min bei Km 21 und somit am Einstieg zum ersten Berg. Und daging es erst so richtig los. Das Tempo reduzierte sich ganz von alleine vom flotten Laufschritt zum schnellen gehen und nach kurzer Zeit hatte ich auch Mike unbewusst abgehängt.
Sorry nochmal dafür, war echt nicht so geplant. Am Berg zu laufen ist einfach eine eigene Sache und man muss sein Tempo alleine bestimmen. Am „Gipfel“ angekommen empfingen uns unsere treuen Fans bzw. meine Frau mit motivierenden Worten und ich legte eine kurze Verschnaufpause an der Labe ein bevor ich mich auf den Rest der Strecke begab. Nun ging es leicht wellig auf einer Art Plateau dahin. Das waren dann auch die versprochen Kilometer für das Auge in der wunderschönen Bergwelt von Söll. Meinen Beinen ging es anders als erwartet sehr gut und die Ermüdungserscheinungen hielten sich in Grenzen. Doch dass sollte noch alles ganz anders werden.

Bei km 39 konnte man sich noch mal kurz mit RedBull und Powergels stärken und dann begann die wirkliche Quälerei. Das waren definitiv die härtesten und längsten 2,5 Kilometer in meinem Leben. Weit weg vom Lauftempo begann mein „Spaziergang“ über die steile Schipiste Richtung Ziel. Nach ein paar Schritten zwang mich ein Krampf im Oberschenkel in die Knie. Ich wusste in diesem Moment echt nicht wie ich den Berg noch hochkommen sollte. Doch dann ein Lichtblick. Ein vorbeikommender Athlet fragte mich nach meinem Problem und stellte mir dann seine letzte Salztablette zur Verfügung. Gott sei dank hatte ich auch noch einen RedBull-Shot eingeschoben und so konnte ich mich noch den letzten Kilometer ins Ziel retten.

Oben angekommen wollte ich nur mehr sitzen, keinen Meter mehr gehen und mein langersehntes Erdinger Alkoholfrei genießen. Natürlich freute mich noch viel mehr mein Ding durchgezogen zu haben und meine Frau endlich in meine Arme schließen zu können.

Mike kam mit 15 Minuten Verspätung und einem verkrampften, angeschlagenen Magen ins Ziel. Auch er hatte so seine Probleme mit den Höhenmetern, aber trotzdem tapfer bis zum Schluss durchgehalten.

In Summe kann man diesen Bewerb echt auf die To-Do-Liste setzen und empfehlen. Natürlich noch viel mehr an so einem perfekten Spätherbsttag.

Jetzt geht die ruhigste Phase der Saison los, Offseason und Beine hochlegen ist angesagt.

Bis bald und ein schönes Chillen wünscht
euer Michi

PS: Ich möchte noch mal allen treuen Fans, Papa und Hannelore, Mike`s Vater und seiner Freundin, und ganz besonders meiner Frau Angelika für die tatkräftige mentale Unterstützung in der ganzen heurigen Saison danken, ohne euch wären wir nur halb so gut bzw. schnell. DANKE

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